Ohne Designer Sneaker geht nichts: der Siegeszug der Erfolgsschuhe

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Sneaker sind zum festen Bestandteil des Alltags geworden. Dies liegt nicht in erster Linie in der Bequemlichkeit des Schuhwerks, sondern in ihrem Style. Begnadete Fashiondesigner wie Marc Jacobs und Justin O’Shea beispielsweise gaben ihnen durch ein geschicktes Design ein Upgrade. Jetzt sind es nicht mehr nur Sneaker, sondern echte Designer Sneaker. Sie komplettieren ein hippes Streetstyling ebenso wie ein Ausgehoutfit. Der ein oder andere läuft mit den edlen Schuhen ins Büro, wodurch die Schuhmode eine Revolution erfuhr. Doch wie hat die Revolte unserer Lieblinge im Schuhschrank eigentlich begonnen? Die Antworten gibt es hier.

James Dean brach mit den Regeln

Wer sich auf die Spuren der Designer Sneaker begeben möchte, geht ein Stückchen in die Modegeschichte zurück. Sie zeigt, dass es die Bezeichnung Sneaker bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab. Zugegeben: Sie waren nicht sehr elegant, aber sie verfügten bereits über diese leise Sohle, die ein „Sneaken“ (englisch für schleichen) erlaubte. Männer und Frauen trugen sie zum Sport, um sich besser bewegen zu können. Doch dann kam der Musterrebell James Dean in den 1950er-Jahren und ließ sich mit einem Paar Sneaker der Marke Converse ablichten. Der Skandal für die Konservativen war perfekt, aber die Teenies liebten es. Und so wurden die billigen, bequemen und pflegeleichten Treter ein Hit für den Alltag. Selbst in den Jahren danach ließ sich mit den Schuhen noch hervorragend gegen das Establishment protestieren.

Ein österreichisches Traditionshaus revolutioniert den Markt mit Edelsneakern

Mit den Jahren sind reguläre Sneaker zu einem alltäglichen Bild auf den Straßen geworden. Die Erwachsenen ließen sich davon nicht mehr schockieren. Designer des Wiener Traditionshauses Ludwig Reiter erkannten dies. Sie produzierten in ihrer Schuhmanufaktur den ersten Designer Sneaker, der Ende der 1970er-Jahre in den Geschäften stand. Er war aus hochwertigeren Materialien als die herkömmlichen Sneaker gefertigt, was sich auch in seinem Preis niederschlug. Das Design war schlicht und elegant. Bis heute hat sich daran nicht viel geändert. Jetzt zogen auch verstärkt vermögende Erwachsene Designer Sneaker an, die sich problemlos mit einer Stoffhose kombinieren ließen. Wer es noch etwas hipper wollte, der musste nicht lange warten. Unweit von Wien entfernt machten sich die Kreativen von Gucci daran, einen Designer Sneaker zu entwerfen. 1984 war er dann da: ein in Italien produzierter Tennisschuh, der mit den klassischen Guccistreifen in Rot und Grün sowie dem Nameszug der Luxusmarke versehen war. Der wahre Durchbruch der Designer Sneaker sollte jedoch noch ein paar Jahre auf sich warten.

Mit Designer Sneakern geht es über den Runway

Ludwig Reiter und Gucci machten den Anfang im Markt der Designer Sneaker, aber für die nötige Furore um die komfortablen, schicken Schuhe sorgte Prada im Jahr 1996. Niemand geringer als die Fashiongöttin und Provokateurin Miuccia Prada schickte den legendären Designer Sneaker Prada PS0906 über den Laufsteg. Der elegante Sportschuh ist eigentlich für das Luna Rossa Segelteam entworfen worden, die am America’s Cup teilnahmen. Prada stellte dann jedoch fest, wie fashiontauglich dieses Modell ist. Inzwischen ist es ein Klassiker der exklusiven Sneakermode. Zugleich ist dadurch eine Lawine losgetreten worden, die uns edle Sneaker beschert – und es zum Glück noch heute tut.

Immer mehr Luxusmarken brachten Sneaker heraus, die einen zunehmenden Absatz fanden. Natürlich wollten sich auch die etablierten Sportschuhmarken diesen anhaltenden Hype nicht entgehen lassen. Doch Sportmarken wie Adidas und Nike wollten sich nicht so einfach in das Luxussegment pressen lassen. Ein guter Name musste als federführende Kraft her. Und so verpflichtete beispielsweise Adidas High-fashion-Designer wie Yohji Yamamoto und Jeremy Scott in 2002 für ihre Sneakerkollektionen. So fusionierte die High-end-Mode geschickt mit der Sneakerkultur. Dies war eine Symbiose, die aufgehen sollte. Sie feiert noch immer große Erfolge und wir dürfen uns über ultracoole, qualitativ hochwertige Schuhe freuen.

Die James Deans unserer Zeit

Den kreativen Köpfen der Luxusmarken ist nicht allein der zunehmende Erfolg der Designer Sneaker zu verdanken. Sie profitierten von einem Umschwung in der Gesellschaft und der Wirtschaft. Ende der 1990er-Jahre und Anfang 2000 boomte das Geschäft mit den dot-com-Firmen. Hinter den Start-ups steckten junge, intelligente Menschen, die Mut hatten, neue Wege zu gehen. Sie gaben der Businesswelt modische Impulse und brachen mit den Konventionen. Es war kein Problem mehr, zum Anzug ein paar Designer Sneaker zu tragen. Dies drückte einen hippen, erfolgreichen Lebensstil aus. Unterstützt wurden sie durch die Kommerzialisierung der Hip-Hop-Kultur und der Vermarktung von Elitesportlern als Modegurus. Vor allem die Marke Lanvin verstand und versteht es darauf, Designer Sneaker mit einer etablierten Eleganz auszustatten. Sie sind durchaus businessfähig.

Ein Hit nach dem nächsten

Keine Frage: Designer Sneaker machen süchtig. Sie schleichen sich auf leisen Sohlen in unseren Schuhschrank dank ihres hippen Styles, der hohen Qualität und der Bequemlichkeit. Längst sind ganz besondere Modelle von ihnen zu Kultobjekten avanciert, die manch einer nur anschaut. Dazu gehören beispielsweise die High-Top-Sneakermodelle, die Rapper und Trendsetter Kanye West für Louis Vuitton entwarf. Binnen kürzester Zeit war die komplette Kollektion verkauft, obgleich einige der Paare deutlich teurer als 1.000 US Dollar waren. Auf diesen Hit aus dem Jahr 2009 folgte 2011 die exklusive Herrenschuhkollektion von Christian Louboutin. Obwohl der Schuhdesigner ansonsten für seine sündhaften Stilettos mit roter Sohle gefeiert wird, zog er nun durch seine Designer Sneaker für den Herrn alle Blicke auf sich. Der Roller-Boat Sneaker war eine Neuinterpretation von seinem Rollerboy Loafer. So schaffte er es die Maskulinität neu zu definieren. Generell hat die Sneakerkultur viel für die Männermode getan. Sie erlaubt es den Herren, auf eine neue Art in der Fashionwelt teilzuhaben. Außerdem ermöglicht sie es, dass die Männer auch an den Füßen bunte, grelle Mode tragen können.

Am Ende bleibt nur noch zu zusammenzufassen: Es ist schön, dass es Designer Sneaker gibt. Sie sind ein Trend, der nicht abzureißen scheint. Wir warten schon gespannt darauf, mit welchen coolen Modellen uns die Designer in Zukunft überraschen werden.